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Antrag zum 55. Bundeskongress vom 7. bis 8. Oktober 2017 in Jena

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Eingegangen am Mittwoch, 6. September 2017 um 14:33 Uhr, in der Kategorie "Gesundheit und Soziales" und mit der laufenden Nummer 301. Antragsteller ist/sind "BAK Innen, Recht und Verbraucherschutz, BAK Bildung und Innovation.

Der 55. Bundeskongress möge beschließen:

Born 2be Free - Individualisierte Geburtsmedizin

Frühe Diagnostik - Der individualisierten Medizin den Weg bereiten

Der wissenschaftliche und technische Fortschritt schreiten gerade im Bereich der diagnostischen Verfahren ungebremst voran. Insbesondere die präzise und prognostische Diagnose schon vor oder während der Schwangerschaft bietet bisher nie dagewesene Möglichkeiten. Diese können bereits heute zur frühzeitigen Erkennung, Prävention oder Therapie von verschiedensten Erkrankungen verwendet werden. Sowohl die Präimplantationsdiagnostik (PID) als auch die Pränataldiagnostik (PNE) bieten ein vielfältiges Portfolio um Krankheiten zu erkennen, vermeiden oder zu therapieren. Als Junge Liberale stehen wir technologischem und medizinischem Fortschritt grundsätzlich offen und optimistisch gegenüber. Pauschale Anwendungsverbote sowie die Deutungshoheit bestimmter Weltanschauungen lehnen wir entschieden ab. Wir fordern dementsprechend eine umfängliche Liberalisierung der Zulassung diagnostischer Verfahren zum Beginn des Lebens. Konkret fordern wir dafür:

  • Die allgemeine Freigabe der PID als diagnostische Methode für alle Eltern, auch unabhängig von eventuellen Vorerkrankungen.

  • Im speziellen die Freigabe des Screenings auf chromosomale Mutationen wie duplikationen, deletionen oder translokationen von Chromosomen.

  • Im speziellen die Freigabe des molekularbiologischen Nachweises von Mutationen, die unmittelbar oder im laufe der Zeit zu einer lebensbedrohlichen, oder einschränkenden Erkrankung führen können

Alternative 1: Im speziellen die Freigabe des molekularbiologischen Nachweises von Mutationen und Genotypen die mit Risiken zur Entwicklung bestimmter Krankheiten assoziiert sind.

Alternative 2: Im speziellen allerdings ein Verbot es molekularbiologischen Nachweises von Mutationen und Genotypen die mit Risiken zur Entwicklung bestimmter Krankheiten assoziiert sind. Insbesondere im Falle der PID erwächst aus diagnostischen Verfahren zum aktuellen Zeitpunkt selten eine direkte Therapiemöglichkeit. Hier spielt eher die Selektion von Embryonen vor der Einpflanzung eine Rolle. Konkret fordern wir hier:

  • Die gezielte Selektion von Embryonen nach schweren Erkrankungen zu ermöglichen

  • Die Selektion von Embryonen nach reinen körperlichen Merkmalen wie Geschlecht, äußeren Merkmalen oder geistigen Merkmalen zu verbieten

Alternative 1: Die Selektion von immunkompatibler Embryonen für Geschwisterkinder zu ermöglichen. Hierbei werden Embryonen die zu einem Geschwisterkind kompatible Gewebemerkmale aufweist eingepflanzt um in Zukunft als möglicher Spender oder Empfänger von Organ- und Blutspenden zu dienen.

Alternative 2: Die Selektion immunkompatibler Embryonen für Geschwisterkinder zu verbieten. Hierbei werden Embryonen die zu einem Geschwisterkind kompatible Gewebemerkmale aufweist eingepflanzt um in Zukunft als möglicher Spender oder Empfänger von Organ- und Blutspenden zu dienen.

Auch für das Verfahren im Umgang mit nicht eingepflanzten, aber befruchteten Eizellen sehen wir akuten Regelungsbedarf. Aktuell werden diese befruchteten Eizellen bis auf unbestimmte Zeit in Stickstoff gelagert. Dies kommt einer Vernichtung gleich. Hier fordern wir konkret:

  • Die Freigabe von nicht eingesetzten, befruchteten Eizellen zur Vernichtung, Adoption oder für wissenschaftliche Zwecke durch die Eltern.

  • Die Freigabe darf in jedem Fall nicht mit einem finanziellen Anreiz verbunden sein.

  • Die Entscheidung der Eltern ist in jedem Fall zu respektieren

Analog zur Neuregelung der Diagnostik bei künstlicher Befruchtung wollen wir auch die Diagnostik im Verlaufe der Schwangerschaft neu regeln. Hier sollen für die Erhebung von Merkmalen die gleichen Kriterien gelten wie für die PID. Auch die Abtreibung aus medizinischen Gründen soll dabei weiterhin möglich und durch modernste diagnostische Verfahren begleitet werden. Darüber hinaus fordern wir die Freigabe der molekularbiologischen Bestimmung äußerer Merkmale nach der 12. Schwangerschaftswoche.

Welche dieser diagnostischen Leistungen zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gezählt werden, soll auch zukünftig durch die gemeinsame Bundeskommission nach medizinischer Notwendigkeit und Stand der Technik beurteilt und festgelegt werden.

Social Freezing - Individuelle Lebensentwürfe ermöglichen

In der Vergangenheit hat zuletzt die Anti-Babypille die Familienplanung weltweit revolutioniert. Frauen konnten selbst- und eigenständig entscheiden ob sie schwanger werden wollen oder nicht. Nun stehen wir vor einem neuen Meilenstein für die individuelle Familienplanung. Durch die Möglichkeit Zellen über einen langen zeitraum bei niedrigsten Temperaturen zu konservieren und so Ihre Eigenschaften zu erhalten, bietet sich die Chance des “Social Freezings”. Dabei wird es Frauen und Männern ermöglicht ihre Eizellen bzw. Sperma auf unbestimmte Zeit hin einzufrieren um dann zu einem späteren zeitpunkt, ohne die Risiken des Alters Kinder zu bekommen. Durch den technischen Fortschritt ist es so Möglich das Biologische “Verfallsdatum” zu überwinden und Menschen eine individuelle Lebensplanung zu ermöglichen. Konkret fordern wir:

  • Social Freezing für Männer und Frauen unter rechtlichen Rahmenbedingungen zu ermöglichen

  • Die Diagnostischen Verfahren dabei analog zur PID bei direkter Befruchtung zu regeln

  • Die Vergütung durch Unternehmen für Social Freezing als Teil der Familienförderung und Planung zu ermöglichen.

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Achtung: Die Darstellung des gezeigten Antrags erfolgt ohne Zeilennummerierung und als reine Vorschau. Verbindlich ist der Antragstext im offiziellen Antragsbuch zum 55. Bundeskongress vom 7. bis 8. Oktober 2017 in Jena.


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Vorliegende Änderungsanträge:

  • Zu diesem Antrag liegen keine Änderungsanträge vor.
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