Antragsliste

« Zurück zur Antragsübersicht

Antrag zum 55. Bundeskongress vom 7. bis 8. Oktober 2017 in Jena

» Antragsvorschau HTML » Antragsvorschau PDF » Änderungsantrag einreichen

Eingegangen am Freitag, 15. September 2017 um 21:21 Uhr, in der Kategorie "Umwelt, Infrastruktur und Innovation" und mit der laufenden Nummer 706. Antragsteller ist/sind "Mecklenburg-Vorpommern.

Der 55. Bundeskongress möge beschließen:

Nicht kleckern - klotzen! Für Wachstum brauchen wir Mut!

 

 

 

Die deutsche Wirtschaft kann schon lange nicht mehr mit dem digitalen Fortschritt in den Vereinigten Staaten Schritt halten. 50.000 Deutsche arbeiten und gründen mittlerweile im Silicon Valley, weil u. a. dort jährlich rund 33 Milliarden Dollar Wagniskapital investiert werden, obwohl 9 von 10 Start-Up-Ideen scheitern. In Deutschland sind es nur rund eine Milliarde Dollar. Aber Deutschland hinkt nicht nur im Bereich der finanziellen Förderung hinterher. Mit den aktuellen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ist Deutschland auf Dauer in der Welt nicht konkurrenzfähig. Bei Gründungen, gerade bei der Umsetzung innovativer Ideen, benötigen die Visionäre schnelle (finanzielle) Unterstützung, qualifizierte Mitarbeiter, beste Standortbedingungen und flexible Entwicklungsmöglichkeiten.

Deutschland hat eine wachsende StartUp-Szene, die es zu fördern gilt.

Die Gründerszene in Deutschland wächst stetig, aber nicht so stark wie es möglich und wünschenswert wäre. Das liegt u.a. an den zu langsamen Internetverbindungen in unserem Land, deren Breitbandausbau am Ende der Durchführung schon wieder viel zu langsam sein wird. Deshalb fordern die Jungen Liberalen weiterhin den flächendeckenden Ausbau der Down- und Uploadgeschwindigkeiten, um standorttechnisch mit den Ballungszentren weltweit mithalten zu können.

Essentiell für ein gesundes Wachstum von Unternehmen und einer offenen Gesellschaft ist der Austausch von interdisziplinären Sichtweisen und die Mitarbeit von qualifizierten Spezialisten. Daher fordern wir den Erhalt der Bandbreite der angebotenen Studiengänge an deutschen (Hoch-)Schulen, um jeder Art einer Geschäftsidee in verschiedenen Nischen die Möglichkeit zur Ausgründung zu geben.

Unabdingbar für einen gesunden „GründungsMUT“ ist die Aufklärung von Schülern, Auszubildenden und Studierenden über die möglichen Zukunftswege. Oftmals scheitert eine Idee schon an zu viel Angst vor dem betriebswirtschaftlichen Teil einer Unternehmensführung oder aus Angst vor dem finanziellen Aufwand. Folglich fordern wir Unterricht mit betriebswirtschaftlichen Inhalten an Schulen und ein Angebot an Hochschulen und Universitäten, der Studierende auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleitet. Die öffentlichen Gelder sollen weniger für Wettbewerbe als für Bildungs-, Beratungs- und Begleitangebote für Interessierte bereitgestellt werden. Fachhochschulen und Universitäten müssen einen engeren Austausch der Studierenden ermöglichen, um den verschiedenen Disziplinen und Erfahrungen den Raum zu geben, sich gegenseitig zu inspirieren und weiterzuentwickeln.

 

 

 

 

Zu vielen Starts gehört auch der Fall. In Deutschland herrscht eine Kultur der Fehlerverachtung, obwohl die Mutigen und Innovativen diese Nation immer vorangetragen haben. Somit dürfen Mutige nach einem gescheiterten wirtschaftlichen Wagnis nicht verachtet werden. Wir brauchen eine höhere Akzeptanz der Gesellschaft für das wirtschaftliche Scheitern.

In Deutschland brauchen Gründer für eine Firmengründung neun Behördengänge, die rund 15 Tage dauern. In anderen Ländern, wie zum Beispiel Kanada, ist nur eine Online-Anmeldung notwendig. Auch hier herrscht definitiv Handlungsbedarf, um Deutschland wieder konkurrenzfähig zu machen und Gründern den Einstig zu erleichtern, in dem unnötiger Bürokratieaufwand abgebaut wird. Ein weiteres Bürokratiemonster für jeden StartUpler ist die Mindestlohndokumentationspflichtenverordnung, weswegen diese zumindest in den ersten fünf Jahren nach einer Ausgründung ausgesetzt werden soll. Außerdem fordern die Jungen Liberalen die Abschaffung der Umsatzsteuervoranmeldung für Jungunternehmer. Ebenso muss die Voreiligkeit der Sozialversicherungsbeiträge für die ersten vier Jahre nach der Unternehmensgründung freigestellt werden.

Die Zusammenführung von Kapital, Know-How und Geschäftsideen ist ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung. Allerdings findet in Deutschland verhältnismäßig wenig Vernetzung von bestehenden erfolgreichen Firmen und frischen Gründern statt und auch die private finanzielle Förderung durch Venture Capital ist noch ausbaufähig. Deswegen fordern wir die englische Variante: Kapitalgeber sollen eine Vergünstigung auf die Einkommenssteuer erhalten von 30 Prozent ihrer Investitionen. Und Sekundär-Investoren muss der Verlustübertrag bei der Beteiligung ermöglicht werden. Auch Geschäftsführer, die min 10% der Unternehmensanteile halten, müssen von Sozialversicherungsbeiträgen befreit werden, nicht wie bisher bei einer Stimmenmehrheit. Gleiches gilt für Teamgründungen.

Momentan müssen Unternehmer für Risikokredite 150% Eigenkapitalquote der aufgenommenen Summe nach Wertberichtigung halten. Deswegen müssen die Banken für junge Unternehmer dereguliert werden, um geringere Eigenkapitalforderungen stellen zu können.

Die deutsche Politik muss bessere Rahmenbedingungen stellen, um der risikoaversen Mentalität der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft entgegenzuwirken. Deutschland hat das Potential vorne im Fortschritt mitzuwirken, deswegen müssen Gründer mehr unterstützt werden, Kapitalgebern muss die Kapitalvergabe vereinfacht werden und auch schon Schüler müssen durch betriebswirtschaftliche Bildung und digitalorientierten Unterricht auf die Möglichkeit der Selbstständigkeit vorbereitet werden. 

 

» Antragsvorschau HTML » Antragsvorschau PDF » Änderungsantrag einreichen

Achtung: Die Darstellung des gezeigten Antrags erfolgt ohne Zeilennummerierung und als reine Vorschau. Verbindlich ist der Antragstext im offiziellen Antragsbuch zum 55. Bundeskongress vom 7. bis 8. Oktober 2017 in Jena.


« Zurück zur Antragsübersicht

Vorliegende Änderungsanträge:

  • Zu diesem Antrag liegen keine Änderungsanträge vor.
« Zurück zur Antragsübersicht