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Antrag zum 55. Bundeskongress vom 7. bis 8. Oktober 2017 in Jena

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Eingegangen am Freitag, 15. September 2017 um 21:30 Uhr, in der Kategorie "Bildung und Kultur" und mit der laufenden Nummer 104. Antragsteller ist/sind "Mecklenburg-Vorpommern.

Der 55. Bundeskongress möge beschließen:

Videospiele als Kulturgut fördern

 

Die Jungen Liberalen fordern die Bundes- und die Landesregierungen auf, die Förderung der Entwicklung von deutschen Videospielen auf mindestens 100 Millionen € zu erhöhen, ein tragfähiges Förderkonzept zu entwickeln und sich für eine mittelfristige europaweite Förderung einzusetzen.

Begründung:


Computer- und Videospiele sind inzwischen sowohl von der UNESCO , als auch von EU und der Bundesrepublik als Kulturgut anerkannt. Sie werden von Menschen aller Altersklassen in allen Ländern der Welt gespielt und stehen inzwischen unbestreitbar gleichwertig neben anderen Kunst- und Kulturformen wie Film, Buch und Theater.

Auch die wirtschaftliche Bedeutung ist nicht mehr wegzudiskutieren. So waren im Jahre 2015 die Umsätze der Film- und der Videospieleindustrie mit 2,8 Milliarden € gleich auf, nur knapp hinter der des Fußballes (3,1 Milliarden). Weltweit beziffert sich der Umsatz auf ca. 90 Milliarden US-Dollar.

Trotz dieser Bedeutung tritt die deutsche Spieleindustrie auf der Stelle. Während in unseren Nachbarländern Frankreich und Polen die Bedeutung der Spiele als Kulturgut aber auch als Wirtschaftsfaktor verstanden haben und entsprechend fördern, besteht die einzig nennenswerte deutsche Förderung lediglich aus Preisgeldern des deutschen Computerspielpreises in Höhe von insgesamt 550.000 €. Dazu kommen einige kleinere Fördertöpfe der Länder.

Zum Vergleich: Frankreich fördert seine Spieleindustrie mit Steuervergünstigungen von teils zweistelliger Prozenthöhe, gedeckelt auf 3 Millionen € pro Unternehmen (!), Polen mit 20 Millionen direkter Spieleförderung, plus zusätzlich 43 Millionen über Forschungsförderung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Kosten der polnischen Arbeitsstunde noch immer deutlich unter der deutschen liegen.

Als Ergebnis liegt der Anteil deutscher Spieleproduktionen im deutschen Markt bei gerade einmal 5%, im internationalen Vergleich bei weniger als 1%.

In Frankreich und Polen sind währenddessen mit Ubisoft bzw. CD-Projekt Red zwei Global Player entstanden, die ihrer jeweiligen Wirtschaft nicht nur einen Innovations- und Technologievorsprung liefern, sondern auch immer wieder polnische und französische Kultur mit durch ihre Spiele mitexportieren.

 

 

Außerdem profitieren die jeweiligen Volkswirtschaften von der Innovationkraft und den speziellen Anwendungsformen in der Spieleentwicklung. So setzten auch deutsche Großkonzerne wie VW schon länger auf Absolventen aus der Ausbildung im Spielebereich.

So profitiert von einer Spieleförderung nicht nur die Spielebranche, sondern der gesamte Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland. Sie ist daher auch essentiell für die Realisierung einer digitalen und modernen Volkswirtschaft. 

 

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Achtung: Die Darstellung des gezeigten Antrags erfolgt ohne Zeilennummerierung und als reine Vorschau. Verbindlich ist der Antragstext im offiziellen Antragsbuch zum 55. Bundeskongress vom 7. bis 8. Oktober 2017 in Jena.


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