Antrag zum 55. Bundeskongress

Antrag 501

55. Bundeskongress vom 7. bis 8. Oktober 2017 in Jena

Antragsteller: LV Schleswig-Holstein


Status: [  ] angenommen [  ] nicht angenommen [  ] verwiesen an: ___________________________

Der 55. Bundeskongress möge beschließen:

1Ächtung von Atomwaffen

2Atomwaffen sind in ihrem Zerstörungspotenzial einzigartig. Eine einzige Atombombe,

3abgeworfen über einer großen Stadt, kann Millionen Menschen töten. Im Falle eines atomaren
4Angriffs wäre die gesamte Infrastruktur zerstört und effektive humanitäre Hilfe unmöglich. Die
5Auswirkungen der Strahlung verursachten noch viele Jahre nach der Explosion Leiden und Tod.
6Wer in unmittelbarer Nähe der Explosion überlebte, hätte unter extremer Austrocknung und
7Durchfall sowie lebensbedrohlichen Infektionen und starken Blutungen zu leiden. Das Risiko, an
8Krebs zu erkranken, wäre signifikant erhöht, genauso wie die Wahrscheinlichkeit, genetische
9Schäden an die nächsten Generationen weiterzugeben.

10Atomwaffen sind die einzigen Massenvernichtungswaffen, welche noch nicht international durch

11eine Konvention geächtet und verboten sind. Die Jungen Liberalen sprechen sich daher für eine
12Ächtung des Einsatzes von Atomwaffen auf der Erde aus.

13Seit dem Kalten Krieg sind über 25 Jahre vergangen, aber es gibt noch immer hunderte nukleare

14Waffen, welche innerhalb von Sekunden gestartet werden können. Dies hat zur Folge, dass ein
15unbeabsichtigter Start möglich ist. Unfälle und Fehlmeldungen haben diese in der Vergangenheit
16gezeigt. Daher fordern wir die offiziellen und inoffiziellen Atommächte auf, ihre Atomwaffen nicht
17mehr in Alarmbereitschaft zu lagern.

18Wir fordern eine zeitnahe Umsetzung der vollständigen nuklearen Abrüstung, die bereits 1970 in

19Artikel 6 des Nichtverbreitungsvertrages (NVV) beschlossen wurde.

20Die Bundesregierung wird aufgefordert, gemeinsam mit anderen Staaten einen Vertrag zur

21Ächtung von Atomwaffenzu verhandeln. Dieser Vertrag soll ähnlich der Bio- und
22Chemiewaffenkonvention gestaltet sein, allerdings zunächst auch nur von einem Teil der in den
23Vereinten Nationen organisierten Staaten verabschiedet werden. Der Vertrag soll offen für die
24Unterzeichnung durch weitere Staaten sein. Diesbezüglich sollen konkrete Verhandlungen mit
25den Atomwaffenstaaten begonnen werden.

26Als ersten Schritt wird die Bundesregierung aufgefordert, sich der "Humanitarian Pledge"

27anzuschließen, mit welcher sich seit Dezember 2014 bereits 119 Staaten verpflichtet haben, ein
28solches Vertragswerk auszuarbeiten. 

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30Begründung: erfolgt mündlich

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Achtung: Die Darstellung des gezeigten Antrags erfolgt als reine Vorschau. Verbindlich ist der Antragstext im offiziellen Antragsbuch zum 55. Bundeskongress vom 7. bis 8. Oktober 2017 in Jena.