Antrag zum 55. Bundeskongress

Antrag 702

55. Bundeskongress vom 7. bis 8. Oktober 2017 in Jena

Antragsteller: Landeskongress der Jungen Liberalen Saar


Status: [  ] angenommen [  ] nicht angenommen [  ] verwiesen an: ___________________________

Der 55. Bundeskongress möge beschließen:

1Mehr Vielfalt, mehr Energie!

2Um einer Übernutzung von Wäldern und Freiflächen durch Windkraftanlagen entgegenzuwirken,

3ist sich auch anderer alternativer Energiegewinnungsmethoden sowie
4Energieverwertungsmöglichkeiten bewusst zu werden. Daher möge der Bundeskongress
5folgende Maßnahmen beschließen:

6Soweit in Ballungsgebieten Fernwärmeleitungen zur Grundausstattung der Energieversorgung

7gehören, können im kleineren Maßstab auch auf dem Land innerhalb der einzelnen Siedlungen
8Fernwärmesysteme angelegt werden. Infolge von EU-Subventionen haben derzeit schon viele
9Bauern zu Biogasanlagen für die Strom- und Wärmegewinnung aufgerüstet. Diese Anlagen
10bieten bisher noch ungenutztes Energielieferungspotenzial, indem umliegende Siedlungen
11mittels kurzer Fernwärmeleitungen an die jeweilige Anlage angeschlossen werden. Damit
12verringern sich der Bedarf an eigenen Heizungsanlagen und somit auch der CO2-Ausstoß.
13Zusätzlich stellt der Verkauf der Fernwärme eine weitere Einkommensquelle des jeweiligen
14Bauernhofes dar. Optional kann auch die Kommune in einem Dorf/ in einem Stadtteil eine
15zentrale Heizungsanlage einrichten, welche unterschiedliche Heizungsformen (Solarenergie,
16Biomasse, Gas, etc.) miteinander kombiniert. Welche erneuerbare Energieform gewählt wird, soll
17anhand der individuellen Standortfaktoren nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit bestimmt
18werden.

19Zusätzlich setzen sich die Jungen Liberalen für die Umrüstung bestehender Öl-und

20Gasheizungen auf Kraftwärmekopplungsanlagen (KWK-Anlagen) ein. Diese zeichnen sich durch
21einen Diesel- oder Gasmotor aus, welcher primär einen Generator zur Stromerzeugung antreibt
22und dessen Abwärme als Heizwärme genutzt wird.

23Mittelfristig gesehen gilt es zudem, den Bestand an Kohlekraftwerken als Kraftwerksanlagen zu

24wahren. Um jedoch den Emissionsanforderungen gerecht zu werden, ist die Umrüstung der
25Kohlekraftwerke auf Erdgas/Biogas/Biomasse/Wasserstoff/Grubengas anzustreben, sodass
26diese eine Backup-Funktion bei fehlendem Wind oder Sonnenschein einnehmen können.
27Gleichzeitig geht mit der Umrüstung eine Betriebskostensenkung und Effizienzsteigerung einher.
28Welche Umrüstungsmaßnahmen im Einzelnen ergriffen werden, soll für jede Anlage individuell
29bestimmt werden.

30Hinsichtlich der Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie ist die Elektrolyse von

31Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff der kostenpflichtigen Weitergabe von Strom ins Ausland
32vorzuziehen. Folglich kann temporär überschüssige Energie in Form von Wasserstoff
33gespeichert, an Wasserstofftankstellen für den Straßenverkehr nutzbar gemacht oder in
34Methanisierungsanlagen in das bestehende Gasnetz eingespeist werden.

35 

36Die Begründung erfolgt mündlich.


Achtung: Die Darstellung des gezeigten Antrags erfolgt als reine Vorschau. Verbindlich ist der Antragstext im offiziellen Antragsbuch zum 55. Bundeskongress vom 7. bis 8. Oktober 2017 in Jena.